BAmberger Thema

GAL fordert Entscheidungssicherheit für Politik 2.10.2014
Verkehr, Aktuelles, BA-Thema, Presse-Mitteilung
Bei Gretchenfrage „Bahnausbau im Osten oder in der Mitte“ stochern Stadtrat und Bürgerschaft noch immer im Nebel

Pressemitteilung

Fragen und Diskussion zum Bahnausbau nahmen den größten Teil ein bei der öffentlichen Fraktionssitzung, zu der die GAL-Stadtratsfraktion den Stadtteil Kramersfeld eingeladen hatte. Die Grünen-StadträtInnen sahen sich sofort harten Anwürfen gegenüber: Sie würden eine Vernichtung von großen wertvollen Bannwaldflächen im Hauptsmoorwald befürworten, sie würden dem Stadtteil Kramersfeld nun auch noch Bahnlärm zumuten wollen,  und sie würden eine Güterzug-Ostumfahrung unterstützen, die in dieser Form von der Bahn ohnehin nie gebaut werde.

Große Ängste und Befürchtungen, aber auch große Verunsicherung und Unklarheit waren spürbar, als die Kramersfelder und auch einige Gäste aus der Lichteneiche diese Punkte vortrugen. Eine Bürgerin drückte das so aus: „Man hört ja immer Verschiedenes.“

Zumindest den GAL-Standpunkt versuchte der verkehrspolitische Sprecher Peter Gack klar zu machen, schickte aber voraus: „Auch wir im Stadtrat stochern immer noch im Nebel.“ Er könne das Misstrauen der Menschen in Bamberg-Ost gegen eine Ostumfahrung nachvollziehen, auch er selbst und seine Fraktion hegen beachtliche Skepsis bei Machbarkeit, Flächenverbrauch und Lärmschutz. „Aber mit Skepsis können wir nichts anfangen, wir müssen wissen, was Sache ist. Wir brauchen Fakten – und die haben wir immer noch nicht.“

Gack betonte, dass es sich bei dem Bahnausbau um ein Projekt handle, das eine Situation für die nächsten 200 Jahre zementiere. Und zudem ein Projekt, das über viele Jahre eine Riesenbaustelle mit großen Eingriffen und Behinderungen bedeute, egal ob in der Stadtmitte oder am Stadtrand. Den anwesenden GegnerInnen einer jeglichen Ostumfahrungsvariante hielt er entgegen: „Vielleicht bin ich demnächst sogar Ihrer Meinung, aber wenn ich es bin, dann muss ich das doch gegenüber den BürgerInnen in der Stadtmitte, die dann alles aushalten müssen, zumindest gut begründen können.“ Eine solche Entscheidungssicherheit müsse die Stadt sich auch etwas kosten lassen und notfalls ein eigenes Gutachten finanzieren.

Fraktionsvorsitzende Ursula Sowa stellte klar, dass die GAL keiner zusätzlichen Bahnlärmbelastung im Osten Bambergs zustimmen werde – „darauf können Sie sich verlassen“. Sie sieht aber die Chance, bei der direkt an der Autobahn entlang führenden Güterzug-Ostumfahrung den Lärmschutz sogar noch zu verbessern, so dass auch der Autolärm abgeschwächt würde. Auch in einem anderen Punkt beschwichtigte sie die Kritik der Anwesenden: „Mit der GAL werden sicher nicht Hunderte von Hektar Wald abgeholzt. Aber die Güterzug-Ost-Variante für den Bahnausbau hat deutlich weniger Flächenverbrauch als die von der DB favorisierte ICE-Ostumfahrung. Genaue Zahlen fehlen aber auch hier.“ Und: „Auch dem Ausbau der Bestandsstrecke würden ca. 10 Hektar Bannwald zum Opfer fallen, das wird immer vergessen.“ Sowa wies außerdem darauf hin, dass Bannwaldverluste im Verhältnis 1:3 ausgeglichen werden müssten.

Einige Bedenken dahingehend, dass die Bahn als Bauherrin ohnehin so baue wie sie wolle, entkräftete Peter Gack: „Es muss so gebaut werden, wie es im Planfeststellungsverfahren festgelegt wird. Wäre darin also eine eingehauste und getunnelte Ostumfahrung vorgegeben, so muss diese so gebaut werden und nicht anders.“ Jedoch gab er auch zu: „Die DB will Einhausung und Tunnelung nicht, weil das teuer ist. Aber wir wollen doch das Beste für Bamberg als Gesamtstadt. Deshalb ist es wichtig, dass sich BürgerInnen aus allen Teilen der Stadt einmischen, ebenfalls Fakten und Gutachten verlangen und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen.“

sys



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