BAmberger Thema

GAL fragt nach Kindeswohl bei Flüchtlingen 23.10.2014
Soziales, Aktuelles, BA-Thema, Presse-Mitteilung
In städtische Ämtern ist dafür mehr Informationsaustausch und Kooperation nötig

Pressemitteilung

Viele Lebenssituationen, in denen deutsche Familien Hilfe brauchen, stellen auch für Flüchtlinge ein Problem dar – nur in verschärftem Maße, weil sie sich im deutschen System noch nicht auskennen und sich in ihrer Sprache auch nicht so einfach durchfragen können. Das weiß GAL-Stadträtin Kiki Laaser aus eigener Erfahrung, denn sie macht derzeit die Erstberatung, ehrenamtlich über die Initiative „Freund statt fremd“.

„Sie bekommen ein Dach über den Kopf und monatlich Geld, um sich Essen zu kaufen, das war’s“, so Laasers Wahrnehmung. Aber manchmal sei das eben nicht genug – insbesondere, wenn es um Kinder geht. Laaser fragt deshalb in einem Antrag an OB Starke: Wer kümmert sich um junge Mütter bzw. Familien und ihre Babies – während und vor der Schwangerschaft? Wer sorgt für eine ordnungsgemäße Einschulung schulpflichtiger Kinder? Wohin können sich Flüchtlingsfamilien wenden, wenn sie einen Kindergartenplatz suchen? Wer achtet darauf, dass die Kinder gut versorgt und bei Kinderärzten behandelt werden?

Die familienpolitische GAL-Sprecherin bezweifelt gar nicht, dass es Unterstützungsangebote auch für Flüchtlingsfamilien gibt, aber sie müssen diese erst einmal erreichen. Kiki Laaser möchte deshalb, dass städtische Behörden, aber auch andere Stellen wie etwa Wohlfahrtsverbände, für die besonderen Lebenslagen von Flüchtlingskindern sensibilisiert sind. „Wenn uns das Kindeswohl ernsthaft am Herzen liegt – und wir bei den Flüchtlingsfamilien keine Ausnahme machen wollen, was ich hoffe – dann müssen wir auf ihre besondere Situation Rücksicht nehmen. Entgegenkommen, Aufklärung und Vermittlung sind hier besonders gefragt.“

Bezüglich der beteiligten städtischen Behörden wie Sozialamt, Jugendamt und Schulamt schlägt Laaser eine regelmäßige interne Vernetzung vor, „um einen Informationsaustausch über die in Bamberg lebenden Flüchtlinge zu gewährleisten und so Notlagen bzw. Hilfsbedürftigkeit feststellen zu können.“ Daran sollten im Bedarfsfall auch die Asoylsozialberaterinnen von Caritas und AWO und Ehrenamtliche beteiligt werden.

sys



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