BAmberger Thema

Baugenehmigung mit Blitzgeschwindigkeit 13.10.2011
Bauen+Denkmal, Aktuelles, BA-Thema, Klatsch+Tratsch
Drei neue Wasserhäuser auf der ERBA-Insel bekamen ihre Baugenehmigung in Rekordzeit: 32 Stunden!

Glosse

Es gibt Baugenehmigungen und Baugenehmigungen.

Die einen dauern und dauern. Ein paar Wochen, oder gar Monate, wenn’s sehr kompliziert ist, sind da okay und akzeptabel. Aber es gibt auch Fälle, wo die Bauherren Jahre Däumchen drehen statt die Kelle schwingen.

Solche Bauanträge kommen, wenn die Verwaltung bei nur kleinen Vorhaben nicht selbst entscheidet, zur Beschlussfassung in den Bausenat, mit einer ordentlichen Sitzungsvorlage. Bei heikleren Geschichten diskutieren die Stadtratsmitglieder, und schließlich erteilen sie die Genehmigung oder nicht.

Die anderen hingegen sind flott wie der Blitz und schneller als der Schall – die Wahrnehmungsorgane eines Stadtratsmitgliedes versagen in solchen Fällen völlig. Man wundert sich kurz und schon ist alles vorbei….

So geschehen bei der Baugenehmigung für den Neubau von drei weiteren so genannten „Wasserhäusern“ samt Tiefgarage auf der ERBA-Insel. Die Eigentumswohnanlagen mit insgesamt 50 Wohnungen und 52 Stellplätzen unter der Erde schafften es mit Rekordzeit zur Genehmigung, trotz außergewöhnlicher Architektur und überdurchschnittlicher Größe, trotz über das Ufer ragender Bauten mit schwieriger Statik, und trotz Neubau am Rande des Denkmal-Areals ERBA.

Ganze 32 Stunden (!!!) nach Vorlage des vollständigen Bauantrags (erste Unterlagen waren freilich schon früher im Amt) hatten die Bausenatsmitglieder die Sache auf ihren Tischen im Sitzungssaal. Wohlgemerkt nur da – als Tischvorlage. 30 Din-A-4-Seiten Text, Pläne und Skizzen, die nicht wie üblich einige Tage vor der Sitzung zu den StadträtInnen kamen, damit diese sie hätten durcharbeiten können. Ein kurzer Blick vor Sitzungsbeginn genügt doch auch, wenn der Oberbürgermeister etwas vorantreiben will, das ihm wichtig ist.

Obwohl die Zeit ja eigentlich nicht drängt, denn Baubeginn für diese Wasserhäuser ist erst nach der Landesgartenschau im Herbst 2012. Aber die Investoren möchten natürlich Planungssicherheit für ihr Marketing - und überhaupt: Investorenwünsche, das ist doch was anderes als irgend so ein unbedeutendes Bauvorhaben von einer x-beliebigen Familie beispielsweise in der Gartenstadt, oder?

sys



Gerd Almann, Torsten Henning pixelio.de


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