BAmberger Thema

Windkraft in Oberfranken: Der große Wurf fehlt noch 11.04.2012
Umwelt+Klima, Aktuelles, BA-Thema, Peter Gack
Der Planungsausschuss des Regionalver-
bands Oberfranken-West hat die Fort-
schreibung für Vorranggebiete für Windkraft-
anlagen vorgelegt. Nun beginnt die Anhörung
von Gemeinden und Investoren. Es muss
dringend nachgebessert werden.

Allein im Landkreis Bamberg bräuchten wir mindestens 250 Windkraftanlagen, um das Ziel einer autarken Energieversorgung in Stadt und Landkreis Bambeg zu erreichen. Es gäbe also viel zu tun, auch für den Planungsausschuss des Regionalverbands Oberfranken-West, der Ende März 2012 den Entwurf für die Fortschreibung in Sachen Vorranggebiete Windkraftanlagen auf den Weg gebracht hat.

Doch der Mut zu einem großen Wurf fehlte.

Landschaftsschutzgebiete blieben im Entwurf als so genanntes Ausschlusskriterium erhalten. In der Summe werden somit im gesamten Planungsgebiet Oberfranken West nur 3300 ha für Windkraftanlagen ausgewiesen, was voraussichtlich nur 200 bis max. 300 Windkraftanlagen im gesamten Planungsgebiet bedeuten wird.

Der Landkreis Bamberg schneidet mit 1.300 ha - d.h. ein Potenzial von ca. 100 Windkraftanlagen - noch am besten ab. Ganz schlecht kommt der Landkreis Forchheim mit nur  200 ha weg. Die Forchheimer Bürgerinnen und Bürger jedenfalls müssen sich fragen, wie sie in Zukunft ihre Energieversorgung sicher stellen wollen, wenn sie auf die Nutzung der Windkraft verzichten wollen.

Wenig Bereitschaft besteht im Gremium des Regionalen Planungsausschuss, das harte Kriterium Landschaftsschutzgebiet zur Disposition zu stellen. Von Seiten der Verwaltung wird zugestanden, dass im Rahmen der nun beginnenden Anhörung von den Gemeinden und von interessierten Investoren noch Flächen in das laufende Verfahren eingebracht werden können, die dann auf ihre Realisierbarkeit unter fachlichen Gesichtspunkten geprüft werden würden. Darunter werden sicherlich die von der Gemeinde Litzendorf geplanten Windräder fallen. Der Agenda-Arbeitskreis und Bürgermeister Möhrlein haben bereits angekündigt, dass sie die Flächen nachmelden wollen.
Ich regte an, dass die Landkreise Zonierungskonzepte für Windkraftanlagen im Landschaftsschutzgebiet erarbeiten sollten, wie es auch der Winderlass der Bayer. Staatsregierung vorsieht. Denn es ist natürlich richtig, schonend mit der Landschaft umzugehen. Wenn aber die Alternative heißt: Abbau von Steinkohle in Südamerika, Abbau von Braunhkohle im Tagebau, Uranabbau in Australien oder Ölförderung im Urwald von Nigeria oder in der Tiefsee mit der wirklich unwiderbringlichen Zerstörung von Landschaft, Natur und Lebensgrundlagen, dann kann in der Abwägung eine optische Beeinträchtigung durch Windkraftanlagen hierzulande hingenommen werden.

Der vom Planungsausschuss verabschiedete Entwurf liegt nunmehr öffentlich aus. Bis Ende Juli besteht für jedermann die Möglichkeit, sich zum Fortschreibungsentwurf schriftlich zu äußern. Die Planunterlagen sind einzusehen und herunterzuladen unter:

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.oberfranken-west.de/info/info.htm#aktuell

Peter Gack



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