BAmberger Thema

Wie steht die GAL zur Ostumfahrung? 25.02.2014
Verkehr, Aktuelles, BA-Thema, Umwelt+Klima, Peter Gack
Bamberger Umweltverbände und viele im
Osten Bambergs wohnende BürgerInnen
sprechen sich beim Bahnausbau gegen eine
Ostumfahrung aus und stellen gerne die
Gretchenfrage. Eine pauschale Antwort darauf
kann und will die GAL nicht geben, denn dafür
liegen noch zu wenige Fakten auf dem Tisch.

Standpunkt

Zu der von der Bahn vorgelegten Variante einer Ostumfahrung hat die GAL eine eindeutige Position: wir lehnen sie ab! Eine mindestens 50 Meter breite Schneise durch den Hauptsmoorwald, dazu ein Überwurfbauwerk für die Bahn über die Autobahn (A 70) im Norden - das wäre ein gigantischer Eingriff in Wald und Natur (50 Hektar), und der Bamberger Osten und diverse Orte in Nordosten von Bamberg hätten zusätzlichen Bahnlärm. Dazu sagen wir NEIN.

Allerdings wollen wir für die weitere Entscheidungsfindung die ergebnisoffene Prüfung (PRÜFUNG !!!) einer "Ostumfahrung light". Diese wäre nur für Güterzüge ausgelegt, die mit maximal 120 km/h Geschwindigkeit fahren. Die Strecke könnte direkt an die Autobahn gebaut werden und bräuchte keine großen Sicherheitsabstände zum Wald. Man käme also mit einem wesentlich geringeren Eingriff in die Natur aus. Ersatzaufforstung in mindestens doppelter Höhe im Bereich der jetzt noch von den Amerikanern "belagerten" Panzerwaschanlage im Hauptsmoorwald (anstatt der Ansiedlung von Gewerbefläche) wären für uns die Voraussetzung. Anstatt eines Überwurfbauwerks über die A 70 müsste die Strecke vorher schon tiefer gelegt und eingehaust werden und unter der A 70 durchgeführt werden. Dadurch gäbe es dann keine zusätzliche Lärmbelastung für den Bamberger Osten und für die nordöstlich von Bamberg gelegenen Ortschaften. Ob eine solche Lösung machbar, vertretbar und finanzierbar ist – das wollen wir geprüft haben!

Die GAL ist der Meinung, dass vor einer Festlegung erst einmal alle Fakten auf den Tisch kommen müssen. Wir sind mit Sicherheit keine Gruppe, die leichtfertig Bäume abholzen lässt, und schon gar nicht jemand, der den Menschen - egal ob Ost, West oder Mitte - mehr Lärm oder neuen Lärm zumuten will. Aber um das alles herauszufinden, muss man erst einmal untersuchen, welche Variante welche Auswirkungen hat, und wie negative Auswirkungen vermieden werden können. Ohne Prüfung von Varianten bleiben wir in diesen Fragen unwissend, und die GAL möchte eine Entscheidung, die in den nächsten hundert Jahre nicht rückgängig zu machen ist, nicht ohne einen vorherigen ausreichenden Faktencheck treffen.

KommunalpolitikerInnen, die – insbesondere im Stadtratswahlkampf – jetzt leichtfertig Versprechungen machen, sollte sehr skeptisch begegnet werden. Dahinter könnte sich billiger Stimmenfang verbergen, und die Haltbarkeitsdauer solcher Aussagen dürfte gering einzuschätzen sein.

Peter Gack



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