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Landebahn als Biotopgarant 5.10.2011
Umwelt+Klima, Aktuelles, BA-Thema, Verkehr
Was? Die Grünen stimmen dem Erhalt des Bamberger Flugplatzes bei der Breitenau zu? Schwingt sich die Öko-Partei jetzt neuerdings zur Amateur- und Business-Flug-Lobby hoch?

Hintergrundbericht

Ende September beauftragte der Stadtrat einstimmig die Stadtverwaltung, sich umgehend, nachdem die US-Army den Betrieb des Flugplatzes an der Breitenau aufgibt, für den Erhalt desselben einzusetzen. Auch die Grünen haben dem zugestimmt, und zwar aus folgenden Gründen.

Die Fläche des Flugplatzes an der Breitenau ist fast vollständig eine Bioptopfläche. Sie wird von der jetzigen Landebahn zu etwa 5% durchschnitten. Der Sandmagerrasen wird gerade durch die Nutzung als Flugplatz als einzigartiges Biotop erhalten.

Das Bemühen um den Flugplatzerhalt bedeutet also eine Sicherung des Biotops. Vor allem aber verhindert es, dass – würde der Flugbetrieb ganz aufgegeben – ein Baudruck auf dem Gelände entsteht. Der Bund bzw. die Bundesimmobiliengesellschaft als Eigentümerin des Areals könnte sonst schnell auf die Idee kommen, dort neues Baugebiet zu planen, um möglichst hohe Grundstückspreise bei einem Verkauf zu erzielen. Das wäre der sichere Tod für Heidekraut und Kiebitz an der Breitenau.

Eine Verbreiterung der Landebahn ist zwar von der Verwaltung angedacht und wird von den weiteren Nutzern des Flugplatzes, dem Aero-Club und der Firma Brose, gewünscht, ist aber in dem Beschluss des Stadtrats nicht enthalten. Laut Sitzungsvorlage würde dies einen Eingriff in die Natur bedeuten, bliebe aber noch unter 10% Versiegelungsanteil.
Einem Flughafenausbau müsste jedoch ein Bauleitplanverfahren nach Baugesetzbuch vorausgehen, mit Umweltverträglichkeitsprüfung (Naturschutz, Lärmschutz) und natürlich Bürgerbeteiligung. Und hier wäre die Position der GAL ebenfalls klar: Sollte es Sicherheitsvorschriften geben, die eine breitere Landebahn für den jetzigen Betrieb erfordern, so wäre das zum Zweck des Erhalts hinzunehmen. Einen Ausbau und eine Ertüchtigung des Flugplatzes mit dem Ziel, mehr regionalen Flugverkehr zu ermöglichen, wird es mit der GAL nicht geben.

Aber nicht nur in Bezug auf den Flugplatz ist der Grundsatzbeschluss des Stadtrats zukunftsweisend, nimmt er doch das vorweg, was immer noch keinE PolitikerIn (wenn er/sie nicht gerade aus der GAL stammt) gerne in den Mund nimmt: Der Abzug der US-Army steht bevor. Die Flugstaffel ist vielleicht der Anfang, aber die weiteren Truppen werden folgen. Früher oder später. Und dann muss Bamberg für noch viel mehr stadtplanerische Herausforderungen gewappnet sein.

Ursula Sowa / Sylvia Schaible


Umweltamt Stadt Bamberg

Heidevegetation am Bamberger Flugplatz, der auch ein ideales Brutgebiet für den selten gewordenen Kiebitz und andere Bodenbrüter ist. Die Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken führt das Areal als artenreichsten Flugplatz Oberfrankens.


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